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Willkommen

"Christen für Christen"...ist ein überkonfessioneller spontan-temporärer Zusammenschluß von Betroffenen, für die Abstimmung vom 17.Mai 2009.

 


„Und dieses Machtsystem will alle dahinbringen, die Kleinen und die Grossen, die Reichen und die Armen, und die Freien und die Sklaven, daß man ihnen ein Charakter-Bild (griech. Charagma) in ihre rechte Hand oder in ihre Stirn eingrabe; und daß niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher dieses eingestochene (griech. Charagma) Kennzeichen (griech. Charagma) hat …“ (Offb. 13,16-18).


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

R F I D
Radio Frequenz Identifikation
(Diplomarbeit von Noemi Sasek, 18 J. und
Co-Autorin Sabrina Langenegger, 18 J.)

 

Inhaltsverzeichnis
Einleitung..............................................................................1
Was ist RFID?.........................................................................2
Technik.................................................................................3
Anwendungsgebiete.................................................................4
Grenzen................................................................................5
Interview .............................................................................6
Schlussfolgerung.....................................................................7
Quellenverweise......................................................................8

 

 

Einleitung

 

Eine neue Technologie ist in Entwicklung – eine Technik,
die sich in einem hart umstrittenen Grenzbereich bewegt – eine Entwicklung, von der – laut Umfragen – die wenigsten etwas wissen:
Es ist die Entwicklung von RFID
(Radio Frequenz Identifikation).


Diese Technologie steht noch am Anfang ihrer Entwicklung. Wenn man jedoch ein bisschen logisch denkt und alles unter dem Vergrösserungsglas betrachtet, zeigt sich schon in den Ansätzen unverkennbar, wohin diese Technik führen kann und auch ziemlich sicher hinführen wird, wenn wir keine
Grenzen setzen. Diese Arbeit mutet eher wie eine erschreckende Science-Fiction an. Da wir aber in der Regel gerne spannende Geschichten hören, möchten wir einmal prognostizieren, wo diese Technik innerhalb weniger Jahre hingelangen könnte, wenn wir keine Grenzen setzen, und sich die Technik ungebremst fortentwickeln kann. Wenn Sie am Schluss der Arbeit erleichtert aufatmen können, dass es noch nicht so weit ist, hat der Bericht sein Ziel erreicht :-)!


Also los geht’s:
Wir sprechen hier vom gläsernen Menschen. Wenn Sie
sagen, Sie haben mit einem Kollegen eine Cola getrunken, weiss der schlaue RFID-Chip sogar, dass Sie 5 dl Cola mit Eiswürfeln und einem Zitronenschnitz für 4.50 SFR getrunken haben. Er weiss, dass Sie heute eine rote Unterhose, Grösse 42, von ESPRIT tragen und Ihr weisser Pulli gestern von Ihnen im H&M, in der Multergasse 41, 9000 St.Gallen, um 17.21 Uhr gekauft wurde.

Diese Daten werden aber nicht für Sie zur Erinnerung an alles Erlebte auf dem Chip gespeichert, sondern bei jedem Impuls der Lesegeräte werden
diese Daten an bestimmte Stellen gesendet ... und von
dort aus vielleicht sogar durch korrupte Einschleicher an
wirtschaftliche Interessenten weiterverkauft ...

 

Das und noch schier unbegrenzt mehr ist mit RFID möglich. Sie hatten in Ihrem Leben ganz bestimmt auch schon mit RFID zu tun, ohne es bemerkt zu haben, denn viele Geschäfte versehen ihre Produkte auch heute schon mit RFID-Etiketten.

 

Genau aus dem Grund, weil diese Technologie kaum wahrnehmbar ist und fast niemand weiss, worum es bei RFID geht, obwohl diese Technik je länger je mehr angewendet wird, haben wir es uns zum Ziel gesetzt, über dieses Thema gründlich aufzuklären.

 

 

 

 

Was ist RFID?

 

RFID (Radio Frequenz Identifikation) ist ein technisches
System, das laufend Daten über irgendetwas (z. B. ein Paket) sammelt. Die gesammelten Daten können vom Lesegerät abgerufen werden. Dies alles geschieht, ohne dass man äusserlich auch nur die geringste Veränderung wahrnehmen oder sehen kann. Es baut nämlich auf Funkerkennung auf.


Damit das RFID-System funktioniert, benötigt man drei grundlegende Elemente. Das erste Element ist der Transponder1. Er wird an einem Objekt angebracht und mit einer weltweit eindeutigen Seriennummer versehen. Aufgrund dieser Seriennummer kann das Lesegerät, das zweite Element des Systems, das Produkt eindeutig
ansteuern und alle Daten, z.B. wo sich das Objekt gerade befindet, anfordern. Das dritte Element sind
die Funkwellen, die diese zwei Geräte miteinander verbinden. So kann der Datenaustausch nur geschehen, wenn die Funkwellen vorhanden sind.

 


Lesegerät mit Anzeige der Seriennummer

 

 

Transponder

 

Vergleich: Implantierter Transponder/Reiskorn

 

Der Transponder ist ein Objekt, das je nach Anwendungszweck ganz unterschiedlich aussehen
kann. Ein Transponder, der z. B. an einem Container angebracht wird, muss grösser gestaltet werden
als ein Transponder, der in den Unterwäschesaum eingenäht werden muss. Ein Transponder kann z. B. wie eine Etikette aussehen oder die Form und Grösse eines Reiskorns haben. Das Aussehen eines Transponders kann somit stark differieren.

 

Die Ausstattung, oder anders gesagt das „Innengehäuse“ eines Transponders ist jedoch bei allen Transpondern gleich. Jeder enthält eine Antenne und einen Mikrochip.

 

1 Transponder = ein Gerät, das Signale aufnehmen und beantworten kann. Andere
Namen: Tag, Smart Labels, Schnüffelchips, Spy-Chips, Verify-Chips, Greentags…

Anhand dieses Bildes kann man es gut erkennen:

 

Aufbau eines Transponders

 

 

Die Aufgabe der Antenne ist es, die Impulse des Lesegerätes zu empfangen. Sobald die Antenne einen Impuls bekommen hat, gibt sie ihn an den Mikroprozessor weiter. Je nach Anwendung kann die Grösse der Antenne stark variieren. Grundsätzlich gilt: Je grösser die Antenne, desto weiter die Übertragungsreichweite. Der Mikroprozessor2 sendet die Daten, die er gespeichert hat, an das Lesegerät, sobald er den Impuls der Antenne bekommen hat. Das Lesegerät kann dann die Daten auswerten und identifizieren.

Der Transponder kann also irgendwo angebracht werden. Von diesem Ort aus sendet er seine Daten an das Lesegerät.

Beispiel: Ein Paket wird am Dienstag um sieben Uhr in der Früh bei der Post abgegeben. Es wird mit einem Transponder, der eine eindeutige Seriennummer eingespeichert hat, versehen.

Sobald nun vom Lesegerät ein Impuls an den Transponder ausgeht, sendet der Mikroprozessor alle Daten, z. B. wo das Paket sich gerade befindet, wie warm es ist, was es drin hat, wo und um welche Zeit es abgegeben wurde, wohin es muss … an das Lesegerät.

So kann dieses Paket niemals verloren gehen. Es sei denn, der Transponder wird entfernt.

 

 

 

 

 

 

2 Auch Mikrochip genannt

 

 

 

Technik

 

Die Technologie von RFID-Systemen ist grundsätzlich nicht ganz leicht zu verstehen. Transponder wie auch Lesegeräte funktionieren mit komplizierten physikalischen Feldern. Es gibt viele verschiedene Systeme der Datenübertragung, die alle sehr komplex sind.

 

Da es zu weit führen würde, alle Systeme einzeln zu erklären, stellen wir nur die zwei grundlegendsten und am meisten verwendeten Systeme dar. Dadurch bekommt man ein grundsätzliches Verständnis, wie RFID-Systeme funktionieren. Datenübertragung

 

Vollduplexverfahren / Passive Transponder


Einfach gesagt, erzeugt das Lesegerät ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld. Wenn der Transponder in die Nähe eines elektromagnetischen Feldes gerät, entsteht eine Resonanz1, die von der Antenne als Impuls ausgewertet wird. Dieser Impuls wird blitzschnell an den Mikroprozessor weitergeleitet.
Der Mikroprozessor bekommt gleichzeitig vom elektromagnetischen Feld Energie, um die Daten freizusetzen.


Durch die entstandene Resonanz geschieht ein „Energiezusammenbruch“2 im elektromagnetischen Feld. Der Energieverlust wird vom Lesegerät sofort registriert, weil es versucht, das Energiefeld immer gleichmässig zu halten. Da nun das Lesegerät genau auf den Transponder abgestimmt ist, kann es aus dem entstandenen Energieverlust die Daten auslesen
und identifizieren. Der Transponder baut somit kein eigenes elektromagnetisches Feld auf, sondern verändert nur das Sendefeld des Lesegerätes, wodurch der Datenaustausch geschehen kann.


Diese eben beschriebene Art der Datenübertragung nennt man Vollduplexverfahren mit dem System der Lastmodulation3, weil Datenübertragung und Energieübertragung gleichzeitig geschehen.
Das Vollduplexverfahren wird ausschliesslich bei passiven Transpondern angewendet. Passive Transponder haben keine eigene eingebaute Energiequelle. Sie beziehen ihre Energie allein aus dem elektromagnetischen Feld des Lesegerätes.

 

Vorteile / Nachteile

 

1 Widerhall, 2 Feldschwäche
3 Lastmodulation = Übertragung durch Feldschwächung,
siehe Fussnote 1 S. 11, Erklärung des Energiezusammenbruchs im elektromagnetischen
Feld.

Halbduplexverfahren / Aktiver Transponder

Der aktive Transponder hat eine eingebaute Energiequelle, eine Batterie. Der Transponder wird, sobald er in den Funkbereich eines Lesegerätes kommt, aktiviert und der Kondensator lädt sich auf. Sobald der Kondensator fertig geladen ist, kann der Mikrochip ein eigenes Datensignal produzieren, das an das Lesegerät gesendet wird. Dieses Datensignal enthält die Seriennummer und beliebig viele weitere Daten. So ist
es möglich, dass ständig Datensignale versendet werden können. Es ist nicht so, dass der Transponder, nur weil er eine Batterie hat, andauernd Daten an das Lesegerät sendet. Die Daten werden nur dann gesendet, wenn vom Lesegerät ein Impuls kommt.

Forscher arbeiten schon an der Entwicklung von Kondensatoren, die ihre Energie auch z. B. aus Körperwärme und Bewegung ziehen können (Anwendung bei implantierbaren Chips).


Vorteile / Nachteile


Funkfrequenz-Verfälschungen

 

Wenn es um grössere Übertragungsgebiete zwischen Lesegerät und Transponder geht, kommen immer wieder die Störfaktoren zur Sprache, die in das Energiefeld „funken“ und Daten verfälschen können. Momentan wird geforscht, wie man eine hundertprozentige, sichere und unverfälschte Datenübertragung herstellen kann. Nicht nur Wasser und Metall, sondern auch Untergrundmaterialien mit einer hohen Dichte (z. B. Spaghetti-Packungen) können die Übertragung stören und verfälschen, sodass beim Lesegerät andere Daten
ankommen, als sie vom Transponder gesendet wurden. Die Datenübertragung kann daher sehr schwer werden, wenn die Transponder auf Materialien wie Wasser, Metall oder zum Beispiel auf Spaghetti-Packungen (gehören zu „harten Untergründen“) angebracht werden müssen.

In solchen Fällen müssen die Lesegeräte noch viel genauer mit dem ekennzeichneten Objekt abgestimmt werden, und es müssen Standorte für die Anbringung des Transponder gefunden werden, bei denen keine Verfälschungen oder Störungen der Funkfrequenz mehr geschehen können.

 

 

 

Anwendungsgebiete

 

Logistik

 

Wenn von RFID-Systemen gesprochen wird, wird meist an erster Stelle die Logistik-Branche genannt. Im Transport bieten die Radio-Frequenz-Identifikations-Systeme viele verschiedene Möglichkeiten, die die Warenübergabe zwischen den Herstellern und den Empfängern vereinfachen: Es lassen sich enorme Kosten sparen, da die Kontrolle der Waren vollautomatisch durch Lesegeräte erfolgt. Zeitraubende
Massnahmen können vermieden werden. Auch der
Verlust von Waren lässt sich reduzieren, da die Produkte ständig kontrolliert werden.


Dazu muss der Hersteller seine Ware nur mit einem Transponder ausstatten. Hier ist der elektronische Produkt-Code (EPC) wichtig. Dabei handelt es sich um eine Nummer, die für jede Ware vergeben wird. Dieser EPC ist im Transponder enthalten und kann Auskunft über die Daten der Waren wie Produktionsdatum, Seriennummer und ähnliche Informationen geben. Diese müssen dann nur noch in einer Datenbank registriert werden.


Beim Verlassen des Herstellers werden die Waren von einem Lesegerät erfasst, sodass der Hersteller genau weiss, wann welches seiner Produkte die Fabrikationshalle verlassen hat.

 

Die nächsten Lesegeräte können sich bereits auf den
Transportwägen befinden. Diese protokollieren,
wann die Waren verladen wurden und wann sie dann zum Beispiel bei einem Zwischenhändler angekommen sind. Dem Zwischenhändler müssen jedoch zuvor die EPCs1 mitgeteilt werden. Nur dann kann er die Produkte mit seinem Lesegerät identifizieren.

 

 

Der grosse Nutzen, der sich aus solchen Systemen ergibt, ist die ständige Kontrolle, die sowohl Produzent, Zwischenhändler als auch Endhändler besitzen. Denn wenn die Angaben in der Datenbank nicht mit den von den Lesegeräten erfassten Daten übereinstimmen, ist klar, dass auf dem Transportweg Waren verloren gegangen sind oder beschädigt wurden oder dass zu viele Produkte verschickt wurden. Dann muss nur zurückverfolgt werden, wann das letzte korrekte Signal an ein Lesegerät übermittelt wurde, und schon kann der Fehler behoben werden. Zudem werden solche Dinge immer sehr früh bemerkt, sodass eine Fehlerbehebung
schnell in die Wege geleitet werden kann. Jeder
Hersteller kann also genau den Weg seiner Ware verfolgen. Damit kann er auch über die entsprechenden Lieferzeiten Auskunft geben.

 

DHL2 wendet diese Art von Logistik an. Da alle Pakete mit einem Produkt Code ausgestattet sind, kann für den Fahrer automatisch die schnellste Route berechnet werden. Bei Frachtcontainern und Transportboxen geschieht dies genau so. Der Chip misst in einem Abstand von mehreren Metern Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Erschütterungen fehlerlos.

 

Einkauf


Wenn in einem Kaufhaus ein Produkt aus der Warenhalle entnommen wird, wird dies von einem Lesegerät erfasst und registriert. An der Kasse können die Waren wiederum gelesen und in der Datenbank des Geschäftes als „verkauft“ notiert werden. Wenn zusätzlich eine Vernetzung mit dem Hersteller
dieser Ware vorliegt, kann automatisch eine Nachbestellung erfolgen, sofern dies gewünscht wird.


Die Kunden sind in einem RFID-Kaufhaus3 mit einer Kundenkarte ausgestattet, die ebenfalls einen Transponder enthält und die es ermöglicht, Daten über diesen Kunden zu speichern und ihm so den Einkauf zu erleichtern:


Die Einkaufswagen begrüssen den Kunden auf dem Display persönlich. Wenn über das Internet eine Einkaufsliste gesendet wurde, kann der Einkaufswagen den Käufer durch den Laden zu den entsprechenden
Produkten lotsen. Besonders einfach wird es beim
Bezahlen an der Kasse. Man muss mit dem Einkaufswagen nur durch die Leseschranke
am Ausgang gehen, und schon sieht man den Totalbetrag der eingekauften Produkte auf dem Lesegerät. Dieser Betrag wird dann automatisch vom Konto des Kunden abgebucht. Wie man sieht, ein sehr
bequemes, bargeldloses Einkaufen.

 

 

RFID in Kaufhäusern ermöglicht, dass die Regale selbstständig melden, wann sie nachgefüllt werden müssen. Auch wird frühzeitig gemeldet, welche Produkte vor dem Verfallsdatum sind, damit man noch Aktionen vornehmen kann.


In der Kleiderbranche gibt es den so genannten „Magic Mirror“. Man stellt sich mit dem Kleidungsstück vor den Spiegel und schon wird man von einem Film beraten, z. B. in welchen Farben und Grössen es das Produkt noch gibt, mit welchen Farben es am besten kombiniert wird. Das kann auf allen Verkaufsgebieten (Schuhe ...) angewendet werden.


Ladendiebe haben bei diesem System keine Chancen mehr. Denn wenn ein Produkt auf falschem Weg den Laden verlässt, wird sofort Alarm geschlagen,
da es noch nicht als verkauft abgebucht wurde. Dagegen hilft nicht einmal das Zerstören des Transponders etwas, denn auch das wird vom Lesegerät registriert.


Metro, Media Markt, Real, Extra und Saturn planen die flächendeckende Einführung von RFID. Erste Versuche sind angelaufen.

 

Gesundheitswesen

Seit 2004 werden RFID-Chips bei Menschen implantiert.
Notfallärzte müssen bei einer Aufnahme nur auf den Knopf des Lesegerätes drücken. Dadurch erhalten sie automatisch die sechzehnstellige Identifikationsnummer des Patienten. Diese wird durch das Drücken des Knopfes am Lesegerät automatisch an eine Datenbank weitergeleitet. Die Datenbank sendet dem Arzt sofort sämtliche Informationen über den Verletzten (Name, Alter, Versicherung, Krankheitsgeschichte, wer bei Notfällen verständigt werden muss ...) Die Befürworter betonen, dass dadurch unter Umständen Leben gerettet werden können.

Gerade für Menschen, die von der Versorgung mit Medikamenten abhängig sind, weil sie chronisch krank sind oder auf bestimmte Medikamente allergisch reagieren, sind diese Chips interessant. Wenn ihnen etwas zustösst und sie sich nicht mehr mitteilen können, kann der Arzt trotzdem alle relevanten Informationen abrufen und die richtige Behandlung einleiten.

Allein in Mexiko haben mehr als tausend Menschen diese
Implantate, hauptsächlich aus medizinischen Gründen. Auch in Florida ist diese Technik stark im Kommen.

Im Krankenhaus wird RFID für „Baby-Guard-Systems“
(Babyüberwachungssysteme) verwendet. Blutbeutel können durch RFID zurückverfolgt werden. Die Bettenlogistik wird durch Chips überwacht. Die Anwendung von RFID im Gesundheitswesen
ist schon sehr verbreitet.

In geschlossenen Anstalten werden die Patienten mit
Armbändern versehen, die einen Transponder eingebaut haben. Dieser Transponder hat Name, Alter (sprich die Identität des Patienten) und die Räume, in denen sich der Patient aufhalten darf, eingespeichert. Sobald der Patient einen erlaubten Raum verlässt, wird das sofort von den Lesegeräten registriert und das Pflegepersonal gewarnt.



Befürworter des Chips meinen, dass der Patient sich dadurch nicht so sehr unter Kontrolle und eingesperrt fühlt, weil diese Technik so transparent ist.

 

1 Elektronische Produkt-Codes 2 Transportfirma
3 RFID-Kaufhäuser in Planung

Tiere

Auch bei der Tieridentifikation kommt RFID schon kräftig zum Einsatz. Dies kann bei Haustieren der Fall sein,
sobald man mit ihnen eine Landesgrenze überschreiten
will. Nach den Kampfhundeattacken in den vergangenen Jahren wurde der Ruf nach der Möglichkeit
einer eindeutigen Identifizierung immer lauter, sodass
die Systeme in der Schweiz seit dem 01.01.2007 Pflicht
sind.

Daneben werden RFID-Systeme aber auch bei Nutztieren eingesetzt, um diese zu kennzeichnen. Hier spielt die Lebensmittelsicherheit eine grosse Rolle, denn durch RFID-Systeme kann die Herkunft von Fleisch eindeutig bestimmt werden.

Auch die Tierforscher profitieren von RFID: Der Forscher Jürgen Tautz hat z. B. sein ganzes Bienenvolk mit RFIDTranspondern versehen. Er kann dadurch ihr ganzes Verhalten erforschen und analysieren, von der zurückgelegten Wegstrecke pro Tag bis hin zum Paarungsverhalten: „die gläserne Biene!“

Sicherheit

Auf RFID-Chips können unsere biometrischen Daten gespeichert werden. So lassen sich an Zugangskontrollen und Grenzübergängen gespeicherte Daten sicher und kontaktlos abgleichen.

Der Bodychip kann per GPS1 überall lokalisiert werden.
So schützen sich Prominente vor Entführungen. Man ortet vermisste Bergsteiger, Lawinenopfer, Erdbebenopfer, Verschüttete … (Ein Bodychip kombiniert mit GPS ist in Entwicklung.)

Sicherheit soll es auch bei Essvergiftungen oder bei Rinderwahn geben. Mit dem RFID-Chip kann zurückverfolgt werden, woher die Krankheit kommt.



Bibliotheken

RFID wird bei Büchern in den Buchdeckel eingebaut. So
wird der Arbeitsaufwand in Bibliotheken sehr verringert,
denn das Ausleihen und Abbuchen beim Zurückbringen wird automatisch durch Leseschranken am Eingang geregelt. In Graz fanden September 2007 erste Vorstellungen über die Selbstbedienung in Bibliotheken statt. Es gab Vorführungen, die zeigten, wie die Abbuchung per Funk funktioniert.

Alltag

– Arbeitsleben
Viele Arbeitgeber sehen grosse Vorteile in den RFID-Systemen. Hier geht es meistens um die Firmensicherheit und um die Überwachung der Angestellten. Zur Firmensicherheit gehören Zutrittskontrollen, die mit RFID-Systemen gesteuert
werden. So sieht man genau, wann welcher Arbeiter mit
Arbeiten beginnt und wann er aufhört. Auch das sonstige Verhalten, z. B. wann er wo ist, wie viel Pausen er macht ... kann überwacht werden. Durchquert man ohne Zugangsberechtigung den Einzugsbereich eines Lesegerätes, kann die Anlage Alarm schlagen.

– Mülltrennung
Bei der Müllabfuhr wird, bei ganzheitlicher Einführung von RFID, genau erkannt, ob der Abfall richtig getrennt wurde, denn jedes Produkt ist mit einem Transponder versehen.

Auch für die Polizei könnten sich so neue Möglichkeiten
eröffnen, denn wenn an einem Tatort oder bei einer Fahrerflucht irgendwelche Produkte oder Waren zurückgelassen wurden, können die Besitzer leicht identifiziert werden.

– Unterhaltung
Eine ganz andere Anwendungsmöglichkeit in der Öffentlichkeit, ist der Einsatz von RFID-Systemen bei Veranstaltungen wie zum Beispiel bei Konzerten, bei der Fussball-WM usw. Wer nicht das nötige Ticket mit Transponder besitzt, wird gar nicht erst hineingelassen. Während der Veranstaltung sieht man immer genau, wer sich wo befindet. Verschiedenste Clubs in Mexiko oder Rotterdam sind besonders attraktiv: Man kann sich vor der Party den Transponder injizieren lassen. Alle, die den Chip implantiert haben, brauchen am Eingang nicht mehr lange anzustehen, denn das Lesegerät registriert den Chip. Auf diesem Chip sind Name,
Kontonummer und Restguthaben gespeichert. Bezahlt wird bargeldlos. Das Lesegerät bucht den Betrag automatisch ab.

– Touch & Travel
Schon seit ein paar Jahren wurde die elektronische Fahrkarte per Mobiltelefon erforscht. Touch&Travel funktioniert nun per Tastendruck aufs Handy vor dem
Einchecken am Reisebeginn und vor dem Auschecken
am Reiseziel. Unterwegs kann der Fahrgast nach Lust und Laune umsteigen und die Verkehrsmittel wechseln. Statt einer Fahrkarte aus Papier zeigt man unterwegs sein Handy vor. Ende des Monats erhält man eine
Abrechnung, die die Ticketkosten aufschlüsselt und in
Rechnung stellt. Seit Oktober 2007 wird in Deutschland im Grossraum Potsdam/Berlin/Hannover ein erster technischer Test des eTickets durchgeführt.

– Flughäfen
An Flughäfen werden Gepäckstücke mit RFID-Etiketten
versehen. So können sie schneller identifiziert werden und gehen nicht verloren. Überwachungskameras
werden mit den Transpondern in Tickets und Gepäck zusammengeschlossen. Das, was der Transponder an Daten sendet, zeigt die Überwachungskamera auf dem Monitor.

– Sport
Bei Marathonläufen oder sonstigen
Sportveranstaltungen werden die RFID-Chips zur
elektronischen Zeitmessung verwendet.
Durch diese Technik können tausend Menschen gleichzeitig und punktgenau gestoppt werden, da der Transponder im Turnschuh eingebaut ist.



Weitere Anwendungsbeispiele

Wie sich gezeigt hat, sind die Einsatzmöglichkeiten für
RFID-Systeme vielfältig. Unterdessen entwickeln die Forscher noch weit anspruchsvollere Funkchips, die zum einen mit Sensoren ausgestattet sind und zum anderen untereinander kommunizieren können. Temperaturfühler im Chip können etwa dokumentieren, dass eine Tiefkühlware ununterbrochen gefroren war. RFID-Chips im Autoreifen melden permanent den Druck, und wieder andere Chips wissen, ob ein Schiffscontainer während einer langen Seereise geöffnet wurde oder nicht.

Im privaten Bereich gäbe es zum Beispiel immer da Einsatzmöglichkeiten für RFID-Systeme, wo es darum geht, alltägliche Dinge miteinander zu vernetzen und zu koordinieren. Zum Beispiel könnte der Kühlschrank oder der Vorratsschrank selbstständig feststellen, welche Produkte fehlen und daher nachgekauft werden müssen. Da auf dem Transponder durch den EPC meist auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben ist, könnte man sich sogar vom Kühlschrank empfehlen lassen, welche Produkte man verbrauchen sollte, oder man kann durch den Kühlschrank überprüfen lassen, ob die Zutaten für ein Gericht alle vorhanden sind.

Ein anderes Einsatzgebiet von RFIDSystemen sind Wegfahrsperren. Dabei befindet sich der Transponder auf dem Autoschlüssel, während das Lesegerät
im Zündschloss angebracht ist. Wenn der Schlüssel gesteckt wird, können die Daten des Schlüssels gelesen und das Auto bei richtigen Daten gestartet werden.




1
Global Positioning System

 

 

 

Grenzen

 

Technische Knacknüsse


Die Möglichkeit zur Anwendung von RFID ist im Moment
noch begrenzt.


Einerseits gibt es viele unterschiedliche RFID-Systeme.
Dadurch können verschiedene Gebiete nicht miteinander
kombiniert werden, weil sie nicht kompatibel sind.


In der Praxis zeigt es sich z. B. zwischen Hersteller und Verkäufer. Wenden beide das gleiche System an, können Nachbestellungen usw. ohne menschliche Hilfe erfolgen. Sobald das Lesegerät registriert, dass von einem Produkt nicht mehr genug vorhanden ist, wird das per Funk dem Hersteller gemeldet und somit automatisch nachbestellt. Stimmen diese zwei Funksysteme nicht überein, muss trotzdem alles vom
Personal des Kaufhauses erledigt werden. Deshalb wird daran gearbeitet, weltweit einheitliche Systeme einzuführen.


Nebst der Einführung einheitlicher Systeme arbeiten Forscher an grösseren und sichereren Übertragungsreichweiten. Diese sind momentan noch relativ beschränkt. Denn je grösser die Reichweite zwischen Lesegerät und Transponder, desto mehr Störfaktoren wirken auf das elektromagnetische
Grenzen Feld ein1. Diese Störfaktoren können Daten verfälschen. Die Möglichkeit der Datenverfälschung muss komplett eliminiert werden, da sonst die Daten nicht verlässlich sind.

 

Da die Technologie von RFID auf Funkübertragung basiert, ist es theoretisch möglich, dass sich jeder Mensch zwischen die Funkwellen schalten könnte. Die Systeme sind daher noch leicht zu knacken. Was ist, wenn z. B. Ihr Konkurrent Daten über Sie liest, die er nicht wissen sollte? Aus diesem Grund müssen Daten abgeschirmt werden können. Auch das ist eine weitere „Nuss“, die noch geknackt werden muss.


Menschliche Gefährdung


Im Moment kann noch nicht abgeschätzt werden, wie
der menschliche Körper auf die Dauerbestrahlung durch
RFID-Transponder im Körper und der ganzen Umgebung
(Kleidung, Schuhe ...) reagiert.


Das heisst, je mehr RFID eingesetzt wird, desto mehr steigt die Möglichkeit, dass der menschliche Körper durch die Dauerbestrahlung gefährdet werden könnte.


Wenn man von der ganzheitlichen Einführung dieser Technologie spricht, muss auch der Arbeitsmarkt beachtet werden.


RFID möchte unser ganzes Leben einfacher und bequemer gestalten. Doch diese Bequemlichkeiten kosten uns Arbeitsplätze. Braucht es den Kassierer an der Kasse überhaupt noch? Man muss ja nur noch bequem durch die Leseschranke am Eingang gehen, und schon wird der gesamte Einkauf automatisch vom Konto des Kunden abgebucht. Und ein Lesegerät kommt sowieso billiger als 3-4 Arbeitskräfte.

 

Überwachungsstaat / Gläserner Mensch


„Big Brother is watching you!2
Der Roman „1984“ von George Orwell, der das Konzept des immer präsenten, alles sehenden „Grossen Bruders“ (engl. Big Brother) geprägt hat, wird als Science-Fiction-Roman eingestuft. Doch ist er immer noch Science-Fiction?


Alex Türk, Vorsitzender der Datenschutzbehörde CNIL2,
meint dazu: „Ich werde oft gefragt, ob wir nicht bald von Big Brother kontrolliert werden. Ich sage immer: Das ist doch bereits der Fall.“ Das Magazin der Nürnberger Nachrichten, 19./20. Mai 2007, verfasst von Gerhard Lauchs, sagt: „Kommt also der viel beschworene „gläserne Mensch“? Nein, er ist schon längst da!“


So sieht also die Realität aus: Beginnen wir in London. Kameras. An jeder Ecke stehen Kameras. Pro vierzehn Einwohner eine Kamera. Keine Bewegung, die in der Stadt gemacht wird, entgeht der elektronischen Wachsamkeit. Überwachung pur. In zwanzig Orten von England können die Kameras sogar schon sprechen: „Heben Sie sofort ihre Zigarettenkippe auf!“, hallt es dann durch die Strassen. Wer nicht gehorcht, wird am nächsten Wochenende in der örtlichen Tageszeitung
mit vollem Namen und Foto blossgestellt.


Im Internet kann weltweit kein Schritt getan werden, der anschliessend nicht nachvollziehbar ist. Es kann nachvollzogen werden, wer mit wem Kontakt hat und wie intensiv dieser Kontakt gepflegt wird. Dadurch lässt sich ein Modell des sozialen Netzes der ganzen Bevölkerung machen. Auch wenn der User alle seine Daten löscht, löscht er damit nur einen geringen Teil davon. Alle seine Aktivitäten im Internet bleiben jedoch auf den Festplatten gespeichert.


Daten werden auch an andere Länder versandt. So ist es bei Yahoo. Yahoo arbeitet mit China zusammen. Sobald die Chinesen eine verdächtige Spur jeglicher Art finden und die Adresse endet auf Yahoo, können sie z. B. von den Deutschen alle Informationen seines Accounts anfordern. Diese senden alle Infos, ohne überhaupt nachzufragen.


Bei Mobiltelefonen wird nebst der Angabe, wer mit wem
telefoniert und wie lange telefoniert wird, auch noch der
Standort registriert, wo das Telefonat geführt oder eine SMS versandt wurde.


Man kann jederzeit feststellen, wo sich ein Handynutzer im letzten halben Jahr aufgehalten hat – falls er sein Mobiltelefon eingeschaltet hatte. Gewisse Gerüchte besagen, dass dies sogar bei ausgeschaltetem Handy möglich sei.


Nur schon mit diesen Daten sind die Grundlagen zur Herstellung von Persönlichkeits- und Bewegungsprofilen gegeben. In Amerika dürfen Telefongespräche abgehört werden, ohne dass dies richterlich angefochten wird. Das ist eigentlich schon eine sehr weitreichende Überwachung.


Wenn man sich jetzt aber vorstellt, dass jedes einzelne Objekt, egal wie klein es ist, mit einem Transponder versehen wird ... Das würde dann bedeuten, dass jedes Objekt, egal wo es ist, identifiziert werden kann.


Da wird es einem so gehen wie dem Mann auf diesem Bild:


 

Die Befürworter von RFID (diejenigen, die damit Handel
treiben) stellen sich die Zukunft so vor: Wenn man durch die Stadt geht und ein Lesegerät registriert einen, kann man total identifiziert werden, bis hin zu Grösse und Farbe der Unterwäsche.

 

Aus den gesammelten Daten kann man alle Gewohnheiten herauslesen. Dadurch können ganze Kundenbewegungs und -kontaktprofile erstellt werden. Aber: Wissen ist Macht. Was ist, wenn all dieses Wissen für die Wirtschaft ausgenutzt wird? „Es geht bei der Vorratsdatenspeicherung schon längst nicht mehr nur um Terrorismusbekämpfung, sondern auch um handfeste Wirtschaftsinteressen.“ (Zitat von Peter Schaar4)

Was, wenn dieses Wissen in die Hände von Verleumdern, Erpressern oder der Mafia ... gerät? „Wenn Daten gesammelt werden, besteht immer die Gefahr, dass nicht nur staatliche Stellen darauf Zugriff nehmen.“ (Zitat ebenfalls von Peter Schaar4)

 

1 Siehe Abschnitt über Funkfrequenz-Verfälschung
2 Der grosse Bruder sieht dich/passt auf dich auf.
3 Commission nationale de l’informatique et des libertés
4 Bundesdatenschutzbeauftragter;Welt,29.1.07,Seite 2

Das alles ist aber noch nicht genug. In Mexiko wird „heissblütig“ an der implantierbaren Chip- Entwicklung gearbeitet. Der Chip soll die gesamte Identität mit allen biometrischen Daten eingespeichert haben. Das heisst, er kann auch über unsere Gesundheit, Suchtgefährdung
und über das sexuelle Verhalten Auskunft geben.
Der Chip soll per GPS1 überall auf der Welt lokalisierbar
sein. Jede Bewegung wird aufgezeichnet. Durch die Identifikationsnummer wird man jederzeit und auf der
ganzen Welt auffindbar.

So, jetzt haben wir den perfekten „gläsernen Menschen“. Keine Bewegung, ohne dass der „Grosse Bruder“ nicht davon weiss ...

... Uups ...! Das stimmt ja gar nicht ... man kann ein noch perfekterer gläserner Mensch sein ...

Professor Kevin Warrwick, Professor für Kybernetik hat das Ziel, innerhalb von zehn Jahren (also bis 2017) Folgendes zu erreichen:

„Das Ziel ist letztlich, das Hirn über eine Schnittstelle am
Computer anzuschliessen. Dadurch wird man unmittelbaren Zugriff auf den Speicher des Computer-Netzwerks haben. Und in der Umkehrung hat natürlich der Computer auch wieder Zugang zum menschlichen Gedächtnis. Diese Technologie wird dazu führen, dass Regierungen und Polizeistaaten kontrollieren können, was in den Gehirnen der Menschen vor sich geht. Oder man kann bestimmte Erinnerungen wieder hervorholen. Das kennt man ja schon aus „Science-Fiction“- Geschichten. Wenn Sie erklären, ich habe diese Person nicht umgebracht, wird das die Polizei überprüfen und sagen können: Tja, aber hier sind Ihre Erinnerungen. Sie erinnern sich ganz deutlich an diesen Mord.“
... oder Diebstahl ... oder Sexualdelikt2 ... oder Ehebruch ... oder Deal ...

Dem Staat oder dem, der sich auch immer diese Technologie eigenmächtig zunutze macht, wird nichts, aber auch gar nichts mehr verborgen sein bzw. bleiben.

Grund: Sicherheit

„Die technische Entwicklung, das Internet und vor allem die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben dazu geführt, dass in einem nie für möglich gehaltenen Umfang Daten gesammelt werden.“ (Magazin der Nürnberger Nachrichten; 19./20. 3. 07; „Spione sind unter uns“, von Gerhard Lauchs.)

Diese ganze Überwachung geschieht also im Namen der
Sicherheit.

Dr. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter Schleswig-
Holstein, sagt gegenüber dem ZDF ganz klar und deutlich: „Die Vorstellung, dass man mit mehr Überwachung mehr Sicherheit bekommen könnte, ist absolut illusorisch.“

Duncan Campbell, Enthüllungsjournalist, sagt:
„Benjamin Franklin, einer der grossen Denker der Aufklärung, sagte einmal: Wer etwas von seiner Freiheit verkauft, um zeitweilige Sicherheit zu erlangen, hat weder das eine, noch das andere verdient, – weder Freiheit noch Sicherheit.“ 3 Freiheit und Friede kann nicht durch totale Überwachung gewährleistet werden.

Emmanuel Goldberg, der Organisator der grössten Hackerkongresse, findet eher, dass die Regierung schon immer darauf aus war, Leute nach Belieben auszuforschen, jedermann bespitzeln zu können, Telefone abzuhören, zu erfassen, wer wen anruft oder wer wem Emails schickt. Der 11. September gab ihnen, seiner Meinung nach, eher eine ideale Plattform,
die Menschen bis ins Grenzenlose zu überwachen.


Bedenken / Datenschutz

Der ganzen Entwicklung von RFID wird kritisch entgegengesehen. Der Staat oder wer auch immer sich für Terror, Selbstjustiz usw. entscheidet, kann durch den ständigen Fortschritt der Technik immer leichter und immer unbegrenzter in unsere Privatsphäre eindringen und Zugriff darauf bekommen.

„Ich habe ja nichts zu verbergen!“, so denken viele naive Leute, die sich durch positive Schönfärberei über alle potenziellen Gefahren hinwegtäuschen lassen. Viele Aktionen, die ausschliesslich die „positiven“ Aspekte der neuen Technologie beleuchten, lenken uns allzu leicht von den negativen Folgen und Schattenseiten ab, sodass wir naiv annehmen: „Die wissen schon, was sie machen, und so wird es bestimmt gut sein ...“

Doch geht unser Privatleben den Staat überhaupt etwas an? Geht ihn meine Intimsphäre etwas an? Gibt es da nicht irgendwo eine Grenze?

So regt es sich in den Weiterdenkenden, die sich nicht leicht von glänzenden Werbesprüchen blenden, einlullen und überwältigen lassen.

Technik ist immer gefährlich, wenn sie in die falschen Hände gerät. Es kommt stets darauf an, was man aus ihr macht. „Bereits heute werden so viele Daten gespeichert. Die Frage ist, was man damit anfängt.“ (Zitat von Oliver Koch, Fraunhofer- Institut)

Viele Leute stehen vor allem dem implantierbaren Chip sehr skeptisch gegenüber. Vor der ganzheitlichen Einführung der implantierbaren Chips müsste von vornherein alles ganz sauber definiert und geregelt werden, damit niemand ausgegrenzt oder diskriminiert werden kann, wenn er den Chip nicht eingepflanzt haben will.

Da sind jedoch die Bedenken gross, ob es wirklich so geregelt werden wird. Und wenn ja, ob diese Regeln übermorgen wieder geändert werden. Oder was ist, wenn mit der Einführung der Chips unterschwellig ganz andere als die publizierten Interessen verfolgt werden, z. B. die Gleichschaltung aller Menschen, wodurch einer Regierung oder wem auch immer die volle Macht über ein Volk gegeben wird?

Kann der Chip nicht allzu leicht zu einer Gleichschaltung
aller Menschen führen? Was würde dann aber mit denjenigen geschehen, die mit einer solchen „Einheitsentwicklung“ nicht mitgehen können?

Werden Leute, die aus politischen, religiösen, ethisch-moralischen oder was auch immer für Gründen nicht mit der neuen RFID-Revolution mitgehen können, nicht voraussehbar Schritt für Schritt vom wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt, bis hin zur Beraubung der Menschenrechte? Könnte RFID in letzter Konsequenz gar ein erster Grundstein für einen späteren Genozid4 sein?

Dieser Gedanke ist berechtigt, denn wenn man die Geschichte früherer Völkermorde studiert, könnte es ohne weiteres im Bereich des Möglichen liegen, da allen Genoziden eine schrittweise Ausgrenzung von „Nonkonformen“ vorausging.

Doch dies selber auszuführen, würde jetzt zu weit gehen.

Auf Grund der Brisanz dieses Themas, erfolgte von unserer Seite her ein Interview mit Horst Matten, einem Vorsitzenden der Anti-Genozid-Bewegung aus Deutschland, mit dem wir über die Gefahren der RFID-Technologie gesprochen haben. Lassen wir ihn also zu diesem Thema selbst zu Wort kommen.


1 Globales Positionsbestimmungssystem
2 Nachweis einer Sexualstraftat bis hin zu Zeit und Stunde des letzten Orgasmus
3 Arte, 19. 06. 07, „Wir werden alle überwacht!“
4 Genozid = Völkermord

 

 

 

Interview

 

Die AGB1 ist eine Bewegung, die sich stark mit RFID beschaftigt. Die Menschen darin sehen in RFID grosse Gefahrenpotentiale, uber die sie aufklaren.

 

Interview mit Horst Matten,
AGB – Anti-Genozid-Bewegung (D)

 

 

Noemi Sasek: Herr Matten, welche Gefahren sehen Sie in der Anwendung von RFID?



Horst Matten: Das Gefahrenpotential, das die RFID-Technologie in sich birgt, ist sehr vielschichtig, und so werde ich Ihre Frage, Frau Sasek, an dieser Stelle nicht erschöpfend beantworten können. Lassen Sie mich aber Folgendes zu bedenken geben: Jeder Funk-Chip hat einen weltweit einmaligen Code und kann zudem durch Radiowellen unbemerkt ausgelesen werden. Dadurch kann jeder mit einem solchen Chip versehene Gegenstand potenziell überall geortet und
nachverfolgt werden. Durch die zunehmende Verarbeitung von RFID in Konsumgütern, wie z. B. Kleidung, Möbel, Verpackungen von Esswaren usw. werden wir folglich zu den sprichwörtlich „gläsernen Bürgern“. Unser komplettes Kauf- und Freizeitverhalten wird dokumentierbar.

Noemi Sasek: Mit der flächendeckenden Einsetzung von RFID werden ja Unmengen von Daten übermittelt. Sind es nicht viel zu viele, um alle gespeichert und ausgewertet werden zu können? – Können wir da nicht beruhigt sein, dass die gängigen Rechner diese Datenmenge ohnehin nicht packen?

Horst Matten: Da unterschätzen Sie die technische Entwicklung sehr! Wie Sie wissen, werden bereits heute sämtliche Telefonverbindungen gespeichert sowie Unmengen von Informationen, die unser Kaufverhalten und Ähnliches betreffen. Was meinen Sie, warum beinahe täglich auf die Person abgestimmte und adressierte Werbung ins Haus flattert?! Experten prognostizieren zudem Speichermedien, die das Millionenfache des derzeitigen Internet verwalten können. Damit ist das „Internet der Dinge“ bzw. als nächste Stufe das „semantische Web“ in greifbare Nähe gerückt. Jeder Gegenstand erhielte somit – wenn sich diese Entwicklung weiter fortsetzt – nicht nur einen Mini-Funkchip, sondern sogleich auch eine Bewertung, das heisst eine gewisse Katalogisierung.

 

Noemi Sasek: Sie stehen dem implantierbaren Chip sehr skeptisch gegenüber. Weshalb?

 

Horst Matten: Ganz abgesehen davon, dass implantierte RFID hochgradig karzinogen sind, was uns in unverantwortlicher Weise verschwiegen wird, läuten diese das Ende jeglicher Privatsphäre und Bewegungsfreiheit ein. Bereits heute lassen sich Menschen einen Funkchip implantieren, um z. B. im Fall einer Entführung geortet werden zu können. Andere
Interview wählen einen implantierbaren RFID, um ihr Haus oder Auto diebstahlsicher zu machen, weil sich Haus- und Autotüre allein auf den Code ihres Chips hin öffnen. Auch soll der implantierte Chip die Kreditkarte ersetzen und völlige Sicherheit garantieren. Bei all diesen Bemühungen wird übersehen, dass das eigentliche Problem nicht bewältigt wird. Durch RFID werden Menschen nicht besser. Vielmehr wird sich ein „Chip-Implantierter“ vor kriminellen Gruppen wegen seiner Ortbarkeit künftig nicht mehr verstecken können.
„Gechippte“ riskieren, dass sich Diebe statt des chlüssels
oder der Geldbörse bzw. -karte des „gechippten“ Arms
bemächtigen werden, um an ihr Ziel zu kommen. Wer sich den Chip aus gesundheitlichen Gründen implantieren lässt, um beispielsweise im Falle einer Bewusstlosigkeit optimal medizinisch betreut zu werden, weil seine Krankheitsdaten gespeichert und unmittelbar abrufbar sind, läuft im Gegenzug Gefahr, dass aufgrund seines abrufbaren Krankheitsbildes zum Beispiel Bewerbungen für einen Arbeitsplatz abgelehnt werden. Jede Information kann ja auch gegen einen verwandt werden. Angesichts der leeren Renten- und Krankenkassen vielleicht keine unberechtigte Schwarzmalerei.

 

 

 

1 Anti-Genozid-Bewegung

Noemi Sasek: Ist die Angst vor einer Gleichschaltung aller Menschen, wie sie beispielsweise seinerzeit im Dritten Reich in Deutschland vollzogen wurde, berechtigt? Was hat RFID damit zu tun?

Horst Matten: Da fassen Sie ein ganz heisses Eisen an!
Aber wir sehen tatsächlich die Gefahr, dass die bereits erwähnte Totalüberwachung und das semantische Internet mit einem Wertediktat Hand in Hand kommen könnten. Einzel personen oder ganze Volksgruppen, die aus ethischen, moralischen, politischen oder religiösen Gründen nicht mit der herrschenden Meinung und den Bewertungen der Dinge übereinstimmen, könnten durch die RFID-Technologie– quasi per Knopfdruck – ausgegrenzt werden. Denn ohne freigeschalteten RFID-Code kein Zutritt zu Gebäuden, zu Verkehrsmitteln, zum Zahlungsverkehr! RFID-Technik ermöglicht in ihrer letzten Konsequenz ein lebensbedrohliches Ausgrenzen aller Andersdenkenden, wodurch der Grundstein für einen neuen Genozid gelegt wäre.

 

Noemi Sasek: Sie sagen, dass RFID den Grundstein für einen neuen Völkermord sein könnte. Ist ein weiterer Völkermord in unserem humanen Zeitalter überhaupt denkbar?

 

Horst Matten: Harald Welzer, Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Professor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke, hat in seinem Buch – „Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden“– ganz nüchtern einige Genozide untersucht, beispielsweise den Völkermord der Hutus an den Tutsis in Ruanda oder die ethnischen Säuberungen in Jugoslawien. Das erschreckende Fazit aus seinen umfangreichen Recherchen ist, dass sich durch konsequente Ausgrenzung von Gruppen in Verbindung mit einer gezielten Propaganda und cleveren Menschenführung
normale Menschen bewegen lassen, Wehrlose abzuschlachten. US-Offizier Dave A. Grossman, Militärpsychologe und Militärwissenschafter, belegt zudem, dass Jugendliche zuhauf durch Gewaltvideospiele ein wahres militärisches Mordtraining absolvieren. Jugendliche Amokläufer – wie beispielsweise jener an einer Schule in Erfurt vor einigen Jahren– legen eine nie geahnte Kaltblütigkeit an den Tag. All diese Fakten liessen uns zu der Überzeugung kommen, dass ein Völkermord in der heutigen Zeit mehr denn je plausibel ist. Wie vorhin erwähnt, kann ich im Rahmen dieses Interviews vieles thematisch nur streifen. Besuchen Sie doch einfach unsere Website www.agb-antigenozidbewegung.de, um sich umfänglicher zu informieren.



Noemi Sasek: Vielen Dank, Herr Matten, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben!


 

 

 

Schlussfolgerung

 

RFID ist eine Technologie, die je länger desto mehr unaufhaltsam eingesetzt wird. Da diese Technologie kaum wahrnehmbar ist (die Übertragung erfolgt kontaktlos), merken die meisten Leute gar nicht, wann und wie oft sie es mit RFID zu tun haben. Überhaupt wissen sehr wenig Leute über diese Technik Bescheid.


Diese Technologie steht zwar noch in den Anfängen ihrer Entwicklung, doch wird sie heute schon vielerorts eingesetzt. Momentan herrscht sie vor allem noch in technischen Bereichen vor. Virusartig werden aber zunehmend alle Gegenstände und Lebewesen, bis hin zu uns selber, „gechippt“ – es sei denn, wir setzen Grenzen.


Darum ist es wichtig, dass man darüber aufklärt, denn diese Technologie könnte je länger desto mehr in unsere Privatsphäre eingreifen.

Das alles im wohlklingenden Namen der Sicherheit! Doch
ist es zulässig, die ganze Menschheit um der Terrorbekämpfung willen „gläsern“ zu machen? Würde solch eine Totalüberwachung nicht offenbaren, dass die Terrorbekämpfung nur Mittel zu einem wieder ganz anderen, uns noch verborgenen Zweck ist?

Das sind nur Fragen zum Nachdenken, die sich jeder einmal stellen sollte, bevor er leichtgläubig dieser neuen Technologie zustimmt.

Nun liegt es an uns, Grenzen zu setzen. Wie weit lassen wir es zu, dass man in unsere Privatsphäre blickt, dass Wildfremde uns ausspionieren und sich in unser Privatleben einmischen?

 

 

 

Quellenverweise

 

Internet


www.rfid-journal.de
www.agb-antigenozidbewegung.de/wozurfid.html
www.de.de/db-mobil
www.rfid-weblog.de/2007/06rfideinsatz_in_handel_pharma_
u.html
www.vorratsdatenspeicherung.de
www.stoprfid.de
www.ekz.de/2173.html
www.easycheck.org/news.php?lang=de&id=48&SESSION_ ID=60ffe60f132&SESSION_ID=5e39fffd2e148c6dd384fa9 49831083f

Zeitschriften

„Topic“, Juni 2007, Seite 7 und 8
„DB – Mobil“ Nr. 08/2007
„Tara 690“ vom März 2007
„Stern“ 34/2007, Wissenschaft
„20 Minuten“ vom 27.03.2007
„20 Minuten“ vom 30.03.2007
„Rheinische Post“ vom 10.02.2007
„Die Welt“ vom 29.01.2007
„MZ“ vom 18.07.2007
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“; Nichts ist sicher,
Michael Spehr
„Magazin der Nürnberger Nachrichten“; 19./20. Mai.2007